26. Februar 2009, El Progreso
Ich bins dann mal wieder. Ich habe mich so lange nicht gemeldet, da es eigentlich nicht viel von den letzten Wochen zu berichten gibt. Der Alltag hat mich wieder voll wieder und ich arbeite und verbringe jeden Tag eigentlich ausschliesslich in Copprome oder mache sonstige Erledigungen fuer das Projekt in der Stadt etc. Daher kann ich meinen Beitrag eigentlich relativ kurz fassen:
Letzte Woche ist eine andere Freiwillige angekommen in unserem Projekt. Sie wird nicht im Projekt selbst unterkommen wie ich, wird aber unter der Woche immer wieder zum Projekt kommen und helfen, wo es was zu helfen gibt. Die Freiwillige bleibt auch bis Juli so wie ich und kommt aus Belgien. Ist immer mal wieder ganz nett, neue Leute um sich zu haben.
Ansonsten war ich die letzte Woche zweimal mit den Maedels aus dem Projekt in der Mall aus. Wir haben dort bissel was gegessen und haben uns gut unterhalten und waren danach noch im Kino. Solche Abende geniesse ich richtig. Es macht viel Spass mit den Leuten aus dem Projekt was zu unternehmen. Ich fuehle mich also richtig heimisch schon. Auf der einen Seite denke ich vermehrt an Deutschland, an Handball und meine Freunde und freu mich auf zu Hause. Auf der anderen Seite macht es mich schon verdammt traurig die Leute hier zurueckzulassen. Ich meine es ist ja noch ein bissel, aber ich bin ja sozusagen nur noch 4 monate wirklich im Projekt und die Zeit vergeht verdammt schnell... Die Maedels haben mir dann auch gesagt, dass ich mit Danny, den ich ja auch im Januar kennen gelernt habe und der die Fahrradtour von St.Louis nach Honduras unternimmt, der beliebteste Freiwillige waere in der Geschichte Coppromes. Das ist auf jeden Fall schoen zu hoeren und zeigt einem, dass sich “das Ganze” auch gelohnt hat. Auf jeden Fall haben sie mir gesagt, dass sie mich vermissen werden und das ich versprechen soll zurueck zu kommen. Der Plan steht auf jeden Fall...
So ist jetzt auch schon fast der Februar schnell rumgegangen und es sind nur noch 5 Monate. Echt unglaublich wie schnell die Zeit vergeht.
Das wars dann erstmal wieder von mir... Bis denn
15. Februar 2009, El Progreso
Hi!
Kurze Meldung wieder aus Honduras. Die Woche verlief recht ruhig. Der Alltag hat mich wieder und so haben wir wieder bei den Hausaufgaben geholfen etc. Dabei hat mich gewundert, dass einige sogar richtig Ehrgeiz gezeigt haben. Zumindest Gabriel und Norma, die jetzt ihr erstes Jahr in der weiterfuehrenden Schule, dem Colegio, absolvieren, sind mit neuem Elan an die neuen Aufgaben gegangen. Andere jedoch waren gar nicht bei der Sache, da feststand, dass sie am Wochenende das Projekt verlassen und in ein anderes Projekt geschickt werden wuerden. Verstaendlicherweise haben sie sich also nicht so sehr bemueht.
Am Mittwoch habe ich dann die groesseren Jungs (Gabriel, Marvin, Jonathan und Moises) in die Mall “entfuehrt”, um dort das Spiel von Honduras gegen Costa Rica in Costa Rica zu gucken. Die Huette war auch brennend voll angesichts des wichtigen Spiels um die WM-Quali. Leider hat Honduras mit 2:0 verloren, da es jedoch das erste Spiel in der zweiten Qualiphase war hat das noch keine gravierenden Auswirkungen und es ist weiterhin alles drin. Daumen druecken!
Am Freitag haben wir dann Fussball gespielt. War echt mal wieder gut sich bissel zu bewegen und hat auch wirklich Spass gemacht, da die Maedels hier im Projekt auch richtig hinlangen und den ihren maennlichen Gegenueber gar nichts nachstehen. War also echt amuesant und wir planen heute die Fortsetzung der Partie.
Gestern, also Samstag, habe ich Maria Auxilidora, aus dem Oficina, begleitet, um die vier Jungs nach Santa Barbara in das andere Projekt zu bringen. Das ist noetig, da hier ein wenig gespart werden muss und normalerweise immer ein Austausch zwischen den jeweiligen Kindern und den beiden Projekten stattfindet. Die vier Jungs waren auch keineswegs niedergeschlagen, sondern haben sich auf das neue Abenteuer gefreut zumal sie auch ihre Brueder wieder treffen konnten, die in diesem Projekt untergebracht sind. So kam es also auch zur Wiedervereinigung der Familie und somit war es lediglich fuer mich ein Abschied, der mir dann auch relativ nah ging, da sie mir schon ans Herz gewachsen waren. Doch spaetestens Ostern werde ich sie noch einmal widersehen, da die beiden Projekte zu Semana Santa zusammen ein Fest organisieren. Eine Situation, in der ich herzhaft lachen musste, war im Bus-Terminal in San Pedro Sula: Dort gab es Rolltreppen und ich bin natuerlich schnell weiter gegangen und habe erst spaeter festgestellt, dass die Jungs Angst hatten die Rolltreppe zu begehen. Sie standen oben mit einem Grinsen und wussten dieses technische Ungetuem nicht wirklich einzuschaetzen, da sie noch nie oder erst zum zweiten Mal in ihrrem Leben vor einem solchen “Ding” gestanden haben. So verging die ein oder andere Minute der Ueberredungskunst bis sie sich dann doch eher unbeholfen auf das Band geschwungen haben. Es war schon sehr amuesant und auch die umstehenden Honduraner haben das alles mit einem Laecheln auf den Lippen verfolgt. Eine nette Anekdote, die mal wieder vor Augen fuehrt, dass man sich in einem Entwicklungsland befindet und das solche hochmodernen Geraetschaften auch wirklich “Probleme” verursachen koennen bzw total fremd- und neuartig sein koennen.
Die Reise ist sonst aber problemlos verlaufen und wir sind nachdem wir schon um 6 Uhr aufgestanden sind dann abends gegen 18 Uhr auch wieder zurueckgekommen. Ein langer Tag...
Ich melde mich dann die Woche wieder, bis dahin...
Gruss
Benne
10. Februar 2009, El Progreso
Hi!
Ich bin gerade von meinem Mid-Term Evaluation Camp gekommen, sprich es ist jetzt schon mehr als ein halbes Jahr vergangen und wir haben das Wochenende darueber sinniert, was wir schon alles erlebt und erfahren haben. Es war relativ langweilig, dennoch waren einige interessante Gespraeche dabei und es war mal wieder schoen mit den anderen Freiwilligen zu quatschen.
Im Projekt ist soweit alles beim Alten. Die Situation hat sich stabilisiert und morgenbeginnt die Schule fuer die meisten der Kinder. Das heisst auch wieder fuer mich mehr Arbeit, aber dafuer bin ich ja hier.
Anbei koennt ihr euch noch meinen Bericht ueber die letzten 6 Monate durchlesen, einfach dem Link folgen und lesen 
Bis dahin, melde mich bald wieder, wenn es etwas Interessantes gibt.
Foerderkreisbrief
1.Februar 2009, El Progreso
neue Fotos -> hier
Hi!
Ich melde mich nun also nach meinen letzten beiden Urlaubswochen, die ich mit Marius und Niels in Guatemala und Mexiko verbracht habe. Es war zwar sehr anstrengend, aber sehr schoen und wir haben viel gesehen und viel Spass gehabt. Nun bin ich also am Freitagabend wieder in Copprome angekommen und das Wiedersehen war sehr herzlich. Wir haben zusammen mit dem Projektor einen Film geguckt und uns ausgetauscht ueber die letzten Wochen, die jeder ja irgendwie anders verbracht hat. Jetzt sind jedoch alle wieder hier zusammen in Copprome und es sind auch alle wieder da. Auch unsere Hauptsponsorin wird, wie ich es erhofft habe, ihr Engagement fortfuehren und uns nicht haengenlassen. Vielleicht wird es einige Einschnitte geben, jedoch kann das Projekt weiter bestehen und das ist das Wichtigste. Fuer einige geht es morgen schon mit der Schule wieder los, fuer die anderen dann endlich naechste Woche Montag. Der Start des neuen Schuljahres ist nicht einheitlich festgelegt, so dass es zu solchen Verschiebungen kommt und manche einen verzoegerten Start haben. Fuer mich heisst es dann wieder: Hausaufgabenbetreuung, wobei ich mir jedoch auch vorgenommen habe, eigene Stunden anzubieten, wo wir dann Basketball spielen, Filme/Videos gucken oder Spiele spielen. Sei es Kartenspiele oder Rechenspiele. Das wird dann mein Auftrag sein im naechsten halben Jahr.
Apropros halbes Jahr:
Jetzt wo ziemlich genau ein halbes Jahr um ist, ist es wohl an der Zeit die vergangenen Monate ein wenig Revue passieren zu lassen. Die vergangen sechs Monate vergingen fuer mich wie im Flug. Ich habe viel erlebt, viele neue Leute kennen gelernt und viele neue Dinge gesehen und gelernt, ich habe aber auch gelernt auf Dinge zu verzichten und gelernt, dass nicht alles immer so laeuft, wie man es geplant hat oder wie man es sich vorstellt. Es ist schon ein ganz anderes Leben hier in Honduras: keine Hektik, kein Genoergel, kein Brot zum Fruehstueck und kein Schnee im Winter
Mit keiner Hektik meine ich, dass sich niemand stressen laesst oder sich beeilt. Jeder hat Zeit und nimmt Absprachen/Termine nicht so ernst. Niemand aegert sich ueber Verspaetungen oder Unvorhergesehendes, was einen Strich durch die Rechnung macht. Die Menschen hier haben eine ganz andere Einstellung zum Leben. Es geht nicht darum moeglichst erfolgreich zu sein, es geht lediglich darum ein in ihren Augen schoenes Leben zu fuehren mit dem was sie haben. Sie erfreuen sich ihres Lebens und verzweifeln nicht an aussichtlosen Situationen. Bestes Beispiel fuer diese positive Einstellung gegenueber den Aufgaben, die sie gestellt bekommen, war fuer mich sicherlich der Umgang mit der Ueberschwemmung, die hier im Oktober ueber El Progreso kam. Jeder nahm es hin und versuchte das Beste daraus zu machen. Dieses Beispiel spiegelt jedoch auch einen weiteren Punkt der honduranischen Mentalitaet wieder. Sie sind sehr hilfsbereit und geben von dem Wenigen was sie haben an noch schlechter situierte ab. Sie stehen Auslaendern zwar oft erst skeptisch gegenueber und beaeugeln sie herablassend, doch sobald sie merken, dass man sie respektiert, auf sie zugeht und an ihnen interessiert ist, dann oeffnen sie sich und man erhaelt mehr Aufmerksamkeit und Hilfe, als man sich je erhofft haette. Vieles habe ich neu schaetzen und lieben gelernt, einiges sicherlich auch vermisst und ich habe sicherlich noch nicht ganz die deutsche Perfektionsmentalitaet gegen die honduranische Scheiss-Egal Einstellung eingetauscht. Dennoch koennen sich sicher beide Seiten ein Stueck des Gegenuebers abschneiden. Ich habe auf jeden Fall die letzten sechs Monate genossen und habe in der kurzen Zeit, die mir bei diesem Bericht zur Verfuegung steht sicherlich viel Vergessen, was erwaehnenswert waere. Doch ich bereue nicht im Geringsten eine hier in Honduras verbrachte Stunde und wuerde diese Entscheidung immer wieder faellen und unterschreiben.
Es hoert sich vielleicht wie alltaegliches Dahergerede an, wenn man von Kindern und anderen Nationen mit emotionaleren Gemuetern als den Deutschen spricht, doch fuer mich ist Copprome und dazu gehoert jedes einzelne Kind und jeder Jugendliche ein Zuhause geworden. Ich erwische mich jedes Mal, wenn ich laenger als ein Wochenende von ihnen entfernt bin, wie ich an "zu Hause" denke und mich auch wieder drauf freue zurueck zu kommen. Ich habe selten eine solche Herzlichkeit und Zugewandheit wie bei diesen Kindern erlebt und ich fuehle mich in der Verantwortung moeglichst viel von der Liebe, die sie mir entgegenbringen, zurueckzugeben, so dass ich mich tierisch freue, dass mir die Spenden von Goeken Backen und auch die Spende von der HSG mir ermoeglichen ihnen Geschenke zu machen, sie aus dem tristen Alltag zum Kino oder in die Mall zu entfuehren oder sie einfach auf Fast-Food Essen einzuladen. Es klingt zwar sehr banal, aber es ist ein unglaubliches Gefuehl zu sehen, wie sehr sie sich ueber so etwas freuen und wie dankbar sie ueber solche "Kleinigkeiten" sind.
Neben diesen Erfahrungen hatte ich das Glueck auch durch das Land reisen zu koennen und so das Land in all seinen Facetten kennen zu lernen. Meine Besuche in Mexiko, Guatemala und El Salvador waren absolute Highlights. Jedoch habe ich auch bei diesen Besuchen gemerkt, dass ich es in Honduras trotz der starken Armut sehr gut angetroffen habe. Ich fuehle mich in Honduras einfach am wohlsten. In Honduras habe ich mich nie unsicher gefuehlt trotz aller Warnungen. Es wurde mir noch nie etwas gestohlen, wie es in Mexiko mit meinem Handy der Fall war. Ich wurde noch nie von mit Drogen vollgepumpten Maennern "angemacht", wie es in El Salvador der Fall war und ich habe mich hier immer wohl und heimisch gefuehlt, nicht wie in Belize, wo man die Gefahr und die triste Lethargie, in die sich das Land gehuellt hatte, foermlich gespuert hat. Ich muss also sehr dankbar sein, dass ich es hier so gut angetroffen habe und es mir so gut geht. Das es anders sein koennte, habe ich gleich am Anfang mitbekommen, als Nils vom Dengue-Fieber gebeutelt, sich entschieden hat nach Hause zu fahren. Ich habe bisher nicht einmal zum Arzt gemusst oder hatte groessere Beschwerden. Zum Glueck!
Ich moechte mich auf diesem Weg also ganz recht herzlich bedanken an alle meine Foerderer, die es mir ermoeglicht haben, dieses Jahr in Angriff zu nehmen. Ohne sie koennte ich nicht die Erfahrungen machen, wie ich sie hier erlebe. Danke!
P.S.: Ich werde eine eigene Rubrik fuer mein "Reisetagebuch" erstellen, wo ihr dann nachlesen koennt, wo ich mich rumgetrieben habe und was ich so erlebt habe.
16.Januar 2009, El Progreso
Ich bins mal wieder. Die letzte Woche habe ich eigentlich ausschliesslich im Projekt verbracht und mit den Kindern gespielt und mit ihnen Filmen geguckt. Dabei haben wir die Geraetschaften, die ich fuer Copprome mit dem "Goeken-Geld" gekauft habe ausgiebig genutzt und unser eigenes Kino mit Laptop und Projektor erstellt. Den Kindern hats auf jeden Fall gut gefallen. Gestern waren wir dann sogar im "richtigen" Kino, da eine Amerikanerin, die zu Besuch gekommen war, alle ins Kino eingeladen hat. Ein schoenes Erlebnis mit dem gesamten Projekt zusammen ins Kino zugehen und es ist schoen zu sehen wie sich die Kinder freuen mal dem Projekt entfliehen zu koennen und was anderes zu sehen.
Ausser der schoenen Zeit mit den Kindern habe ich auch eine neue, interessante Bekanntschaft gemacht. Dennis, ein Amerikaner, der in St.Louis studiert und schon zum 8. Mal nach Honduras und zu unserem Projekt hier kommt. Er hat insgesamt schon sage und schreibe 2 Jahre mit den Kindern verbracht und so konnte ich ihn jetzt auch endlich kennenlernen, wo ich vorher immer nur vom Hoerensagen der Kinder von ihm gehoert habe und so konnte ich mir jetzt von der Legende auch ein Bild machen
Er gehoert mittlerweile wirklich schon zum Equipment hier und er sagt, dass dies hier wirklich schon seine zweite Heimat ist und er in den USA nur Geld anschaffen geht, um es dann auf einen Schlag in Honduras fuer die Kinder auszugeben. Er ist auf jeden Fall ein cooler Typ und es war sehr interessant einige Stunden mit ihm zu plaudern. Dabei hat er dann auch erzaehlt, dass er frueher in der U17 Fussball-Nationalmannschaft der USA gespielt hat und auf dem Sprung zum Profi war, aber durch viele Verletzungen zurueckgeworfen wurde. Ausserdem plant er eine grosse Spendenaktion fuer Copprome: Im April wird er mit dem Fahrrad von St.Louis starten und sich die knapp 5000 (!) Meilen bis nach Honduras herunterquaelen. Fuer dieses wahnsinnige Unterfangen ruehrt er derzeit maechtig die Werbetrommel und es steht sogar ein Besuch in verschiedenen Fernsehshows an und auch Nachrichtensender und Zeitungen werden sogar live von diesem Event berichten und wie gesagt: der gesamte Erloes kommt Copprome zu gute. STARK!
Das war soweit meine Woche. Da die Kinder erst im Februar alle wieder da sind hat mir Roxanna noch 2 Wochen frei gegeben und ich werde morgen mit Marius und Niels nach Guatemala aufbrechen. Ich werde versuchen mich so oft zu melden wie es geht.
Bis dahin,
Benne
11.Januar 2009, El Progreso
Endlich finde ich Zeit dafuer die Eindruecke und Erlebnisse der letzten Woche mit euch zu teilen und hier festzuhalten. Beginnen moechte ich damit euch ueber die derzeitige Situation zu informieren. Wie angekuendigt, ist die Hauptsponsorin des Projektes diese Woche in El Progreso angekommen und es standen einige Gespraeche auf dem Programm und es stehen wohl auch noch einige bevor. Sie hat auch mich aufgesucht, um meine Meinung ueber Copprome einzuholen. So hatte ich die Chance in einem einstuendigen Gespraech frei ueber die Probleme von Copprone zu sprechen. So habe ich ueber die anfangs mangelhafte Einfuehrung ins Projekt und die allgemeinen Probleme, wie das schlecht, da gar nicht ausgebildete Personal oder einfach die fehlende Struktur meine Meinung geaeussert. Sie hat mir sehr gut zugehoert und kann aus langer Erfahrung zehren. Sie macht wirklich einen sehr starken Eindruck und keineswegs hatte ich das Gefuehl, dass sie gedenkt ihr Engagement oder das Projekt aufzugeben, viel mehr einige Dinge in die richtige Bahn zu lenken. Das hat mich vorerst sehr beruhigt, dennoch wird sich zeigen, was das fuer Folgen mit sich zieht und was fuer Aenderungen es in Zukunft geben wird. Es bleibt also sehr spannend wie sich alles entwickelt und ich hoffe, dass sich bald schon alle einig werden koennen, denn die Kinder sind es wirklich wert. Das habe ich gemerkt als ich nach laengerer Abwesenheit, sie dann doch wieder sehen konnte und ich sie ganz schoen vermisst habe. So komme ich zum zweiten Punkt meines Berichtes: meine Weihnachtsferien...
Trotz der sogenannten "Weihnachtsferien" muss ich sagen, dass trotz einer schoenen Zeit mit Marius und Niels keine wirkliche Weihnachtsstimmung aufgekommen ist. Es ist einfach dieses Jahr alles anders. Anstatt in Deutschland bei Minusgraden und meterhohem Schnee zu frieren, bedeutete dieses Jahr Weihnachten durchschnittlich 30 Grad unter Palmen und anstatt Schneemaenner zu bauen oder Schlitten zu fahren waren wir auf eine Karibikinsel und ich habe einen Tauchkurs gemacht. Ich muss sagen, dass mir die deutsche Variante von Weihnachten doch sehr gefehlt hat. So kam das einzige Mal an Heilig Abend Weihnachtsgefuehl auf, als wir auf unserem Balkon ueber einen typischen Ablauf dieses Tages in unseren Familien gesprochen haben und uns ausgetauscht haben. Alle anderen Versuche ein wenig Weihnachtsstimmung in die Runde zu bekommen, wie Dominosteine oder Adventskalendar, sind dann auch leider misslungen. Die Dominosteine so gut wie weggeschmolzen und ohne Weihnachtsbaum etc. hat auch der Kalendar seine Wirkung verloren. Naja, nichtsdestotrotz hatten wir eine schoene Zeit zusammen und dieses Jahr koennen wir uns dann umso mehr auf Weihnachten freuen.
Ein Hoehepunkt meiner Ferien war natuerlich der Besuch meiner Familie kurz nach Weihnachten. Ich habe mich wirklich tierisch gefreut sie nach knapp 5 Monaten wieder zu sehen. Es war schoen wenigstens zum Jahreswechsel die Familie dabei zu haben und einige schoene Tage zu verbringen. Ich konnte ihnen zeigen, wo ich gelandet bin und mit wem ich meine Zeit verbringe. Auf der einen Seite waren sie schockiert als sie mein kleines, bescheidenes Zimmer gesehen haben, aber sie haben auch erkannt, dass es mir gut geht und sind beruhigter nach Hause gefahren, denn auch ihnen haben die Kinder alles als wert erscheinen lassen. Diesen Freitag sind sie dann leider auch schon wieder gefahren, aber in knapp 6 Monaten bin ich ja auch schon wieder zurueck. Trotz dieser Zeit um Weihnachten, wo man doch das ein oder andere Mal sich nach Deutschland gesehnt hat, habe ich bisher noch keine Zweifel gehabt, dass Jahr auch "durchzuziehen". Ich denke es werden noch einige weitere spannende Erfahrungen auf mich zukommen. Ich freue mich also auf die naechsten 6 Monate und hoffe, dass ihr weiter daran teilhaben wollt und es sich lohnt hier zu schreiben.
07. Januar 2009, La Ceiba
Ich wollte nur schnell ein Lebenszeichen aus dem Dschungel hinterlassen. Derzeit befinde ich mich mit meinen Eltern und meiner lieben Schwester;-) im Pico Bonito Nationalpark, morgen gehts aber schon zurueck nach El Progreso. Es wird noch ein Bericht der letzten Wochen folgen. Ihr werdet also dann viel zu lesen haben. Es tut mir leid, dass ich die letzten Wochen nicht geschrieben habe.
Ich moechte nicht versaeumen euch allen ein frohes und gesundes neues Jahr zu wuenschen. Ich hoffe ihr hattet ein schoenes Weihnachtsfest und seid gut ins neue Jahr gerutscht.
Wir hoeren dann bald wieder voneinander.
Bis bald,
Benne